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Wir haben abgetrieben

Hier findest du Erfahrungsberichte von jungen Frauen, die sich für den Weg der Abtreibung entschieden haben. Wenn auch du deine Geschichte erzählen willst, dann schicke sie an: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. .

  

Magdalena, 15 schrieb:
Ich habe abgetrieben. Zwei Monate ist es her. Ich dachte nicht, dass mir das mal passieren würde. Ich hab immer abgelästert, wenn so junge Mädchen schwanger geworden sind. Ich hatte die Pille genommen, weil ich nicht schwanger werden wollte. Dass sich das Antibiotika, was ich nehmen musste nicht mit der Pille verträgt, hatte mir der Arzt nicht gesagt. Ich wusste das auch nicht. So ist es wohl passiert. Mit meinem Schatzi bin ich glücklich, aber wir wollen noch keine Eltern sein. Wir sind noch nicht so weit. Wenn wir es darauf angelegt hätten, dann hätten wir vielleicht dazu stehen müssen. Aber so war es keine Absicht und ich finde meine Entscheidung dann auch okay. Meine Eltern fanden es nicht gut. Sie sind sehr christlich und halten Abtreibung für Mord. Aber sie sind eben auch meine Eltern und wollen dass ich glücklich bin. Das kann ich nur so sein. Ich habe nicht lange gewartet und noch in der achten Woche die Abtreibung machen lassen. Später wäre es mir auch zu krass gewesen. Stolz bin ich nicht drauf. Wir passen jetzt auch noch viel besser auf und verhüten doppelt! Ich schreib unserem Baby auch manchmal Briefe, das tut irgendwie gut. Mein Schatzi unterstützt mich da auch sehr. Aber es ist schon besser so.

 

 


 

 

 

Hannah, 20 schrieb:
Vor zwei Jahren wurde ich ungewollt schwanger. Ich hatte zu der Zeit Prüfungsstress, dazu kam die Fahrschule, von meinem Freund hatte ich mich gerade erst getrennt, weil er mich mehrfach betrogen hatte. Dass mir regelmäßig schlecht war, schob ich auf den Stress. Meine Tage kamen ohnehin unregelmäßig, da ich zu dieser Zeit starkes Untergewicht hatte. Die Pille hatte ich nicht eingenommen, mit meinem Exfreund hatte ich aber immer mit Kondom verhütet. Wie genau es passiert ist, weiß ich bis heute nicht. Vielleicht war das Kondom kaputt - gemerkt hatten wir beide nichts. Als die Prüfungen vorbei waren, ging ich, auf Drängen meiner besten Freundin hin zum Frauenarzt. Bei der Ultraschalluntersuchung kam heraus, dass ich bereits im vierten Monat schwanger war. Als Erzeuger kam nur mein untreuer Exfreund in Frage, der die Vaterschaft aber abstritt und nichts damit zu tun haben wollte. Ich hatte gerade einen Ausbildungsvertrag in der Tasche und meinen Führerschein bestanden. Mein Leben sollte nun so richtig losgehen. Ich wollte dieses Kind nicht bekommen. Für eine Abtreibung war es eigentlich zu spät. Austragen und dann zur Adoption freigeben wollte ich es aber auch nicht. Ich vertraute mich meiner Mama an und gemeinsam informierten wir uns über Auslands-Abtreibungen. Wir fanden heraus, dass man in den Niederlanden auch noch nach dem vierten Monat abtreiben kann. Meine Ma kümmerte sich um die Formalitäten und machte einen Termin. Gemeinsam fuhren wir nach Holland. Während der Autofahrt hatte ich ein furchtbar schlechtes Gewissen. Auf dem Ultraschallbild konnte man schon einen richtigen kleinen Menschen erkennen. Aber ich war egoistisch genug, den Plan umzusetzen. Der Eingriff wurde in Vollnarkose gemacht. Danach war mir schlecht und etwas schwindelig. Auf der Nachhausefahrt hatte ich starke Bauchschmerzen. Einige Tage kümmerte sich meine Ma um mich, dann ging es mir körperlich wieder gut. Seelisch hatte ich schon oft Gewissensbisse. So richtig bereut habe ich die Entscheidung aber bis heute nicht!

 

 


 

 

 

Marie-Cristin, 14 schrieb:      
Ich hatte Sex ohne Gummi. Ich hatte auch nicht die Pille. Ich wusste, dass ich schwanger werden konnte. Ja. Ich geb es zu. Es war scheiße und unverantwortlich. Viele haben gesagt, dass ich selber schuld war und das Kind hätte bekommen müssen. Ich konnte das aber nicht. Ich mag Kinder. Ich will später auch selbst welche haben. Ich hab kleine Geschwister und kann gut mit ihnen. Aber für ein eigenes Baby mit 14 fühlte ich mich zu jung. Mit Basti war ich nicht einmal zusammen. Er war ein One-Night-Stand nach einer Party. Als meine Tage nicht kamen wusste ich es direkt. Ich bin zum Arzt und habe gesagt, dass ich abtreiben will. Dann war ich mit meinen Eltern beim Beratungsgespräch. Sie haben mir die Entscheidung überlassen, sich aber gefreut, dass ich abtreiben will. Zwei Wochen später war dann der Termin. Meine Mutter ist mitgekommen und hat Händchen gehalten. Nach der OP hatte ich Bauchweh. Das war einige Tage da und dann auch wieder weg. Ich bereue meine Entscheidung nicht: Es ist jetzt ein halbes Jahr her. Wenn ich mir vorstelle jetzt mit dickem Bauch rumzulaufen – nein Danke! Aber ich passe in Zukunft besser auf! Ich habe jetzt ein Stäbchen im Arm und benutze auch immer Kondome wegen AIDS und so.

 


 

 

Julia, 18 schrieb:          
Die Abtreibung ist jetzt zwei Jahre her und heute bereue ich meine Entscheidung. Ich wurde damals ungewollt schwanger. Das Kondom war geplatzt und wir hatten es nicht gemerkt. Als ich die Gewissheit hatte, schwanger zu sein, erzählte ich es meinem Freund und meinen Eltern. Für alle stand sofort fest, dass ich das Kind nicht bekommen kann. Ich hatte gerade die Schule beendet und einen Ausbildungsvertrag in der Tasche. Markus, mein Freund war zu der Zeit arbeitslos und meinen Eltern sowieso nicht recht. Alle redeten so auf mich ein, dass ich schließlich auch dachte, dass es das Richtige ist. Also vereinbarte ich diesen Termin. Nächtelang lag ich wach und weinte. Ich streichelte meinen Bauch. Eigentlich wollte ich es nicht. Mein Herz kämpfte gegen meinen Kopf. Als der Tag gekommen war fuhr ich mit meiner Mutter und mit Markus zur Klinik. Auch dort weinte ich wieder. Meine Mutter redete auf mich ein, dass bald alles wieder gut wird. Wurde es nicht. Die Wochen nach der Abtreibung waren die Hölle. Ich hatte zwar keine Schmerzen und bei der Nachuntersuchung war auch alles gut, aber ich vermisste mein Baby. Markus trennte sich von mir, weil er es nicht aushielt. Heute haben wir eine freundschaftliche Beziehung und reden noch manchmal darüber wie es gewesen wäre mit Kind. Vielleicht wären wir noch zusammen und heute eine kleine Familie...

 

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