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Eure Fragen PDF Drucken E-Mail

Im Kummerkasten von ButterflyBelly.de gehen täglich Fragen ein. Über 8.000 E-Mails hat unsere Mia in den letzten Jahren beantwortet. Viele Fragen werden häufig gestellt. Mia hat die meist gestellten Fragen einmal für dich zusammengestellt. Vielleicht findest du hier ja schon eine Antwort. Falls nicht, kannst du deine Frage gerne einreichen. Innerhalb von 48 Stunden antwortet Mia.

 

Verhütung/ Verhütungspannen


Grundsätzlich entscheidet dies deine Ärztin/ dein Arzt. Wenn du jünger als 14 Jahre bist, fordert sie/ er wahrscheinlich die Zustimmung deiner Eltern. Bist du 14 Jahre alt oder älter und gibt es gesundheitlich keine Einwände kannst du die Antibabypille oder ein anderes hormonelles Verhütungsmittel verschrieben bekommen. Deine Eltern erfahren davon nichts, wenn du es nicht wünschst. Für junge Frauen bis 18 bzw. 21 Jahren ist die Pille kostenlos.

Für den Kauf von Kondomen gibt es keine Altersbegrenzung. Es gibt Kondome beispielsweise in der Apotheke, dem Drogeriemarkt, gut sortierten Supermärkten und an Tankstellen. Oft hängen sogenannte Kondom-Automaten in Seitenstraßen oder auf Toiletten in Bahnhöfen oder Diskotheken. Die Verwendung von Kondomen ist wichtig – Kondome schützen nicht nur vor einer Schwangerschaft, sondern auch vor Geschlechtskrankheiten und AIDS. Aufbewahrt werden sollten Kondome nie im Geldbeutel oder lose in der Handtasche, da sie so beschädigt werden können. Bei der Verwendung immer auf das Haltbarkeitsdatum achten. Ist dieses überschritten, darf das Kondom nicht mehr verwendet werden. Beim Aufreißen der Verpackung darauf achten, dass das Kondom nicht durch Zähne oder Fingernägel beschädigt wird.

Nur, wenn du die Pille immer zuverlässig und regelmäßig einnimmst, kann sie vor einer Schwangerschaft schützen. Hast du eine Pille vergessen und bemerkst du dies innerhalb von 12 Stunden, solltest du die vergessene Pille schnellstmöglich einnehmen, auch wenn dies bedeutet, dass du zwei Tabletten auf einmal einnehmen musst. In der Regel ist der Schutz nun weiterhin gewährleistet. Doch Vorsicht: Bei manchen Minipillen darf die vergessene Tablette nur vier Stunden später eingenommen werden, um die Wirkung nicht zu beeinträchtigen.
Ist die Zeit bereits überschritten oder hast du mehrere Tabletten vergessen, solltest du die Packung wie gewohnt aufbrauchen, den restlichen Zyklus aber vorsichtshalber zusätzlich mit einem Kondom verhüten.
Außerdem solltest du deine Frauenärztin um Rat fragen, denn die unterschiedlichen Antibabypillen unterscheiden sich in der Wirkweise und Vorgehensweise bei Verhütungspannen.

Durch das Vergessen oder eine zu späte Einnahme der Pille, kann der Schutz beeinträchtigt werden. Aber auch durch Erbrechen oder Durchfall, durch die Einnahme bestimmter Medikamente (wie einige Antibiotika) und auch durch homöopathische Mittel, wie Johanniskraut kann die Wirkung der Antibabypille versagen. Wenn du unsicher bist, ob bei dir gerade ein sicherer Schutz gegeben ist, solltest du zusätzlich mit einem Kondom verhüten und deine Frauenärztin um Rat fragen.

Die „Pille danach“ ist eine sogenannte „Notfallverhütung“. Wenn du nicht verhütet hast oder die Verhütung nicht sicher war (Kondom gerissen, Pille erbrochen…), kannst du dir von einem Arzt/ einer Ärztin die „Pille danach“ verschreiben lassen. An Wochenenden kann dies ein Arzt im Notdienst tun oder du wendest dich an das nächste Krankenhaus. Auch einige Beratungsstellen beschäftigen Ärzte, welche die „Pille danach“ verschreiben können.
Die Tablette muss innerhalb von drei bis fünf Tagen nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen werden (je nach Präparat). Deine Eltern müssen hiervon nichts erfahren. Für minderjährige Patientinnen ist das Medikament kostenlos. Da die „Pille danach“ ein echter Hormonhammer ist, sollte sie nicht regelmäßig eingenommen werden.

 

 

Schwanger werden


Bereits vor der ersten Monatsblutung kannst du einen Eisprung haben und somit schwanger werden. Da du nicht wissen kannst, wann du deine erste Periode zu erwarten hast und somit nicht einschätzen kannst, wann du zum ersten Mal fruchtbar sein wirst, solltest du immer verhüten, wenn du mit einem Jungen intim wirst!

Wenn du die Pille einnimmst, bist du auch während der Pillenpause und der sogenannten „Abbruchblutung“ vor einer Schwangerschaft geschützt.
Bei einem natürlichen Zyklus hingegen musst du auch während deiner Blutung verhüten. Je nach Zykluslänge kann ein Eisprung schon kurz nach der Blutung stattfinden und da Spermien im weiblichen Körper bis zu einer Woche auf eine reife Eizelle „warten“ können, besteht das Risiko einer Schwangerschaft.

Um schwanger zu werden, reicht ein einziges Spermafädchen. Dieses kann auch beim Petting in die Scheide gelangen oder im sogenannten „Sehnsuchtstropfen“ (dem Vorsperma) stecken. Auch das „vorher rausziehen“ ist daher keine sichere Verhütungsmethode. Sobald du mit einem Jungen intim wirst, solltet ihr ein Kondom verwenden und über eine langfristige, hormonelle Verhütungsmethode, wie die Pille, nachdenken.

Darauf solltest du dich nicht verlassen! Es stimmt, dass einige Frauen während der Stillzeit keine Periode und auch keinen Eisprung bekommen. Doch die Ausnahme bestätigt bekanntlich die Regel und so sind viele andere Frauen schon kurze Zeit nach der Geburt wieder fruchtbar. Auch wenn du voll stillst, bist du nicht sicher vor einer erneuten Schwangerschaft geschützt. Du solltest dich nun von deinem Arzt beraten lassen, welche Verhütungsmethoden während der Stillzeit geeignet sind.

Die fruchtbaren Tage liegen kurz vor und nach dem Eisprung. Dieser wiederum findet ziemlich genau 14 Tage vor der nächsten Menstruation statt. Da die Zykluslänge von Frau zu Frau unterschiedlich (meist zwischen 21 und 35 Tagen) ist und durch äußere Einflüsse (wie Stress, Krankheit, Magersucht u. ä.) beeinflusst werden kann, lassen sich die fruchtbaren Tage im Vorhinein schwer bestimmen. Da Sperma zudem bis zu einer Woche im weiblichen Körper überleben kann, sollte zu jeder Zeit im Zyklus verhütet werden, wenn eine Schwangerschaft nicht erwünscht ist.
Frauen mit Kinderwunsch können auf verschiedene Methoden, wie etwa die Temperaturmethode, die Zervixschleimmethode oder auf Ovulationstests (erhältlich in der Apotheke oder dem Drogeriemarkt) zurückgreifen, um abzuschätzen, wann sie fruchtbar sind. Als Verhütungsmethoden eignen sich diese Verfahren nicht!

 

 

Eine Schwangerschaft feststellen


Mit Gewissheit kann eine Schwangerschaft in den ersten Wochen nur durch den Frauenarzt festgestellt werden. Mit einem Vaginalultraschall kann er sehen, ob sich eine befruchtete Eizelle eingenistet hat und je nach Schwangerschaftswoche kann er bereits einen Embryo und dessen Herzschlag erkennen.
Jedoch gibt es eine Anzahl von Anzeichen, die für eine Schwangerschaft sprechen. So das Ausbleiben der Periode, Übelkeit, ein Spannen in den Brüsten, Geruchsempfindlichkeit, Müdigkeit, ein Ziehen im Unterbauch, manche Frauen erzählen von einem metallischen Geschmack im Mund, von Hautunreinheiten und einer trockenen Nase. Andere haben vermehrt Zahnfleischbluten oder Kreislaufprobleme. All diese Anzeichen können auch andere Ursachen haben und genauso gut kann eine Schwangerschaft auch ohne „Nebenwirkungen“ verlaufen.
Der Bauch beginnt bei Erstgebärenden meist erst im fünften Monat sichtbar zu wachsen.

Einen Schwangerschaftstest für die Heimanwendung bekommst du in der Apotheke, dem Drogeriemarkt oder im gut sortierten Supermarkt. Die Preise sind von Marke zu Marke unterschiedlich. Es gibt Teststreifen bereits ab etwa drei Euro, die meisten Tests liegen bei etwa sieben Euro und digitale Tests, mit oder ohne Wochenbestimmung bei etwa 15 Euro. Der Preis sagt nichts über die Sicherheit aus. Die meisten Heimtests versprechen inzwischen ein bis zu 99% sicheres Ergebnis.
In manchen Beratungsstellen und beim Frauenarzt kannst du einen kostenlosen Test durchführen lassen. Da beide Anlaufstellen der Schweigepflicht unterliegen, werden deine Eltern über das Ergebnis nicht informiert, auch wenn du noch minderjährig bist.

Schwangerschaftstests für die Heimanwendung können meist bereits an dem Tag durchgeführt werden, an dem die Blutung zum ersten Mal ausbleibt. Zeigt der Test „negativ“ und lässt die Periode weiterhin auf sich warten, sollte der Test eine Woche später noch einmal durchgeführt werden.
Im Blut ist das Schwangerschaftshormon HCG bereits einige Tage vor dem Ausbleiben der Periode nachweisbar. Diesen Test bietet der Frauenarzt an. Da man nie genau sagen kann, wann die Befruchtung stattgefunden hat, beginnt eine Schwangerschaft rechnerisch mit dem ersten Tag der letzten Periode. Zu dem Zeitpunkt, zu dem ein Test „positiv“ zeigt, befindet sich die Schwangere (je nach Zykluslänge) bereits zwischen der vierten und sechsten Schwangerschaftswoche.

Besonders im Internet häufen sich diese Gruselgeschichten. Frauen, die nichtsahnend mit Bauchschmerzen ins Krankenhaus fahren und mit Baby wieder nach Hause kommen. Von der Schwangerschaft haben sie nichts gewusst, weil sie ihre Periode weiterhin bekommen haben. Zwar kommt es in der Tat vor, dass Frauen die Schwangerschaft unterbewusst verdrängen oder bewusst bis zum Schluss verheimlichen, doch Periodenblutungen hat keine von ihnen. Zu Beginn der Schwangerschaft kann es zu harmlosen und leichten Blutungen kommen, die mit der Periode verwechselt werden können. Spätestens ab dem dritten Monat wird dies aber nicht mehr vorkommen. Sollte es während der Schwangerschaft zu Blutungen kommen, sind diese ein Alarmsignal und das Baby sowie die Schwangere eventuell gefährdet. Regelmäßige Blutungen während der Schwangerschaft, die einmal im Monat auftreten, mehrere Tage andauern und in der Stäke einer Menstruationsblutung gleichen, sind ausgeschlossen.

 

 

 

Abtreibung


In Deutschland ist eine Abtreibung bis zur 12. Woche nach der Befruchtung, also bis zur 14. Schwangerschaftswoche möglich. Die erste Schwangerschaftswoche beginnt mit dem ersten Tag der letzten Monatsblutung. Drei Tage vor dem Eingriff muss ein Beratungsgespräch bei einer anerkannten Konfliktberatungsstelle wahrgenommen werden.

Sobald du zum ersten Mal wieder mit einem Jungen intim wirst, musst du verhüten, um eine erneute Schwangerschaft zu verhindern. Die meisten Frauen haben bereits kurz nach einem Schwangerschaftsabbruch wieder einen Eisprung.

Grundsätzlich liegt die Entscheidung für oder gegen die Schwangerschaft allein bei dir. Deine Eltern dürfen dich nicht zu einer Abtreibung zwingen oder gegen deinen Willen dazu drängen.
Willst du jedoch abtreiben und deine Eltern nicht, kann es schwieriger werden. Viele Ärzte verlangen für den Eingriff eine Einverständnis der Erziehungsberechtigten bis zum 16. Lebensjahr der Schwangeren. Das Familiengericht kann das Sorgerecht in begründeten Einzelfällen aufheben. Ab dem 16. Lebensjahr darf eine Schwangere (je nach geistiger Reife) meist selbst entscheiden.

 

 

 

Schwangerschaft


Beim ersten Termin wird die Schwangerschaft festgestellt. Beim zweiten Termin bekommst du wahrscheinlich deinen Mutterpass, welchen du fortan immer bei dir haben solltest. Im ersten Trimester (Schwangerschaftsdrittel) hast du alle vier Wochen einen Termin bei deinem Frauenarzt. Im zweiten Drittel kommst du alle drei Wochen und im letzten Drittel alle zwei Wochen bzw. jede Woche. Ist der Geburtstermin bereits überschritten, wirst du jeden bis jeden zweiten Tag eine Untersuchung haben. Die Termine solltest du stets einhalten und Fragen von deinem Arzt ehrlich beantworten (auch wenn es um die Themen Nikotin und Alkohol geht, welche nicht so gerne besprochen werden).

Du kannst zur Untersuchung eine Begleitperson mitnehmen. Das muss nicht der Vater deines Kindes sein. Auch deine Mutter, Schwester oder eine Freundin darf dich begleiten.

Auf die hormonelle Umstellung des Körpers während der Schwangerschaft und auf das zunehmende Gewicht reagiert jede Frau anders.
Typische Begleiterscheinungen in der Frühschwangerschaft sind: Übelkeit, Sodbrennen, Müdigkeit, Brustspannen, Ziehen im Unterbauch, Schwindel, Geruchs- und Geschmacksempfindlichkeit, Heißhunger, trockene Nase, Zahnfleischbluten, Nasenbluten, Stimmungsschwankungen.
Gegen Ende der Schwangerschaft kämpfen viele Frauen mit Wassereinlagerungen im Gewebe (besonders in den Füßen), mit ständigem Wasserlassen, Sodbrennen und Übungswehen. Auch Müdigkeit und Stimmungsschwankungen gehören nun bei vielen wieder zum Alltag.
Starke Bauchschmerzen, Blutungen und Fieber zählen nicht zu den gewöhnlichen Nebenwirkungen und sollten umgehend von einem Arzt untersucht werden!

Gerade in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten leiden viele Frauen unter morgendlicher Übelkeit. Dagegen hilft oft schon das Hochlagern des Oberkörpers (mit einem zweiten Kissen) aber auch eine Scheibe Zwieback oder Brot und eine Tasse Kamillentee vor dem Aufstehen können den Start in den Tag erleichtern. Gegen Sodbrennen hilft vielen ein Schluck Milch, andere schwören auf einen Löffel Senf und wenn es gar nicht anders geht, verschreibt der Arzt ein Medikament, welches in der Schwangerschaft eingenommen werden darf und dem Ungeborenen nicht schadet.

Viele Frauen bekommen während der Schwangerschaft oder im Laufe ihres Lebens (zum Beispiel durch Gewichtszunahme) sogenannte Schwangerschaftsstreifen, auch Dehnungsstreifen genannt. Die feinen Risse in der Haut entstehen, wenn das Gewebe stark gedehnt wird und nicht standhalten kann. Gerade junge Frauen haben ein noch sehr straffes Bindegewebe, welches nicht so leicht nachgibt und dadurch schnell einreißt. Betroffen können neben dem Bauch auch die Brüste, Oberschenkel und der Po sein.
Um die Haut elastischer und dehnbarer zu machen und Streifen vorzubeugen, solltest du mindestens einmal am Tag ein Öl oder eine Creme speziell gegen Dehnungsstreifen verwenden. Diese reibst du kreisförmig ein und machst anschließend an den „gefährdeten Partien“ eine Zupfmassage. Hierzu nimmst du etwas Haut zwischen Zeigefinger und Daumen, ziehst diese etwas an und lässt sie los. Auch Wechselduschen, Schwimmen, Gymnastik und Trockenbürstenmassagen fördern die Durchblutung der Haut und die Elastizität des Gewebes.
Sind die Schwangerschaftsstreifen einmal da, kannst du nichts gegen sie tun. Mit der Zeit verblassen die bläulich bis violett gefärbten Risse jedoch und sind nach wenigen Monaten nur noch blass schimmernd zu erkennen.

Während der Schwangerschaft besteht weiterhin eine Schulpflicht bzw. gelten weiterhin Regelungen aus deinem Ausbildungs-/ oder Arbeitsvertrag. Für wichtige Arzttermine während der Schwangerschaft musst du aber freigestellt werden.

 

 

 

Geburtsvorbereitung/ Geburt


Dazu zwingen kann dich niemand, jedoch ist es sehr ratsam. Bei einem Vorbereitungskurs, welcher meist von einer erfahrenen Hebamme geleitet wird, erfährst du viele Dinge über die Geburt, lernst, wie du Wehen veratmen und Schmerzen durch Massagen und Entspannung lindern kannst. Deine offenen Fragen werden hier beantwortet und bei Paarkursen kann sich auch deine Begleitperson gut auf die Geburt vorbereiten.

Neben dem „gewöhnlichen“ Geburtsvorbereitungskurs (für Paare, alleine oder speziell für Mehrgebärende), werden Geburtsvorbereitung im Wasser, Yoga und Bauchtanz für Schwangere angeboten. Diese Kurse sind eher ergänzend als ersetzend für den „gewöhnlichen“ Geburtsvorbereitungskurs zu sehen.

Ab der 34. Schwangerschaftswoche kann eine gesunde Schwangere (vorher mit dem Arzt besprechen) Himbeerblättertee trinken. Dieser soll den Muttermund weicher machen und auf die Geburt vorbereiten. Den Tee bekommst du in der Apotheke für etwa drei Euro pro 100 Gramm. Daneben schwören manche Hebammen auf geburtsvorbereitende Akupunktur und Heublumensitzbäder. Welche Möglichkeiten für dich in Frage kommen, solltest du mit deinem Arzt oder deiner Vorsorgehebamme besprechen.

Oft kündigt sich die bevorstehende Geburt durch das sogenannte „Zeichnen“ an. Damit ist der Abgang des Schleimpfropfes gemeint, welcher den Muttermund während der Schwangerschaft verschließt. Dieser kann auf einmal abgehen oder nach und nach. Manchmal ist er mit etwas Blut vermischt. Manchmal dauert es noch einige Tage nach dem Abgang des Schleimpfropfes, bis die Geburt wirklich losgeht. Bei einigen Frauen ist der Muttermund auch bis zum Geburtsbeginn verschlossen.
Ein sicheres Anzeichen, dass die Geburt bereits begonnen hat, sind regelmäßige und starke Wehen. Diese können sich ähnlich anfühlen, wie starke Menstruationswehen und in den Rücken oder die Beine ausstrahlen. Echte Wehen dauern länger als 30 Sekunden und kommen in regelmäßigen Abständen wieder. Wenn du unsicher bist, ob du bereits echte Wehen hast oder es sich um Übungswehen handelst, kannst du ein heißes Bad nehmen. Übungswehen beruhigen sich dadurch meist, wohingegen Geburtswehen gleich stark bleiben oder stärker werden.
Einen weiteren Startschuss für die Geburt liefert ein Blasensprung. Du solltest dich gegen Ende der Schwangerschaft bei deiner Frauenärztin erkundigen, ob der Kopf deines Babys bereits tief ins Becken gerutscht ist. Dann darfst du auch nach einem Blasensprung stehen und laufen. Ist dies nicht der Fall, musst du womöglich liegend zum Krankenhaus gebracht werden, da die Nabelschnur sonst vor den Kopf fallen und abgeklemmt werden kann. Das Fruchtwasser kann in einem Schwall abgehen oder tröpfchenweise. Fruchtwasser riecht süßlich und ist in der Regel klar und flüssig. Wenn du unsicher bist, ob es sich um Fruchtwasser handelt, solltest du dies von einer Hebamme, deinem Frauenarzt oder direkt in der Klinik abklären lassen. Ist die Fruchtblase länger als 12 Stunden geöffnet, besteht ein erhöhtes Infektionsrisiko und du musst Antibiotika bekommen. Meist setzen die Wehen innerhalb von 24 bis 48 Stunden nach einem Blasensprung ein. Ist dies nicht der Fall, wird die Geburt beispielsweise durch einen Wehentropf vorangetrieben.

Egal, ob eine Frau besonders schmerzempfindlich ist oder eine Menge aushält – Schmerzen während einer Geburt sind enorm und mit kaum einem anderen Schmerz vergleichbar. Presswehen fühlen sich ein wenig an, als müsste man „groß“. Einige Frauen beschreiben Geburtswehen als „starke Menstruationsschmerzen“. Im Nachhinein sagen die meisten aber doch: „Ich habe es mir schlimmer vorgestellt!“
Keine Frau muss heldenhaft leiden. Sobald die Schmerzen zu schlimm werden, kann eine Gebärende Schmerzmittel bekommen oder sich eine Rückenmarksbetäubung (PDA) setzen lassen, bei welcher sie vom Bauch ab kein Gefühl mehr hat und die Wehen lediglich als starken Druck nach unten empfindet.
Aus Angst vor den Schmerzen einen Kaiserschnitt durchzuführen ist nicht sinnvoll. Zum einen ist das Erlebnis Geburt für die Mutter-Kind-Bindung sehr wichtig und zum anderen leiden Frauen nach einem Kaiserschnitt häufig Tage und Wochen unter Schmerzen, welche durch die Narbe verursacht werden, während es Normalgebärenden längst wieder gut geht.
 

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