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Ich will ein Baby!
Ein Baby mit 14, 17, 20? Ich fühle mich bereit dafür! Ich bin eben reifer als andere in meinem Alter. Ich liebe Babys und ich weiß auch, dass ein Kind keine Puppe ist. Ich schränke mich gerne ein wenig ein, wenn ich dafür eine eigene kleine Familie habe! So oder so ähnlich denkst auch du? Dann geht es dir, wie zahlreichen Jugendlichen. Einige von ihnen stehen offen zu ihrem Kinderwunsch, andere verheimlichen ihn. Von der Gesellschaft wird er meist auch nicht akzeptiert - dabei ist er so alt, wie die Menschheit selbst ...


Kaum eine andere Wahl hatten unsere Vorfahren. Sie mussten sich so früh wie möglich fortpflanzen. Sobald sie geschlechtsreif waren, wurden die ersten Nachkommen gezeugt. Nur so, konnte die "Rasse" Mensch erhalten werden. Oft nicht älter als 30 Jahre wurden unsere Vorfahren. Von Medizin im heutigen Sinne war damals nicht die Rede. Auch nicht von Bildung und Karriere. Und genau diese Punkte sind es, die uns von den ersten Menschen unterscheiden. Während zu ihrer Zeit das nackte Überleben zählte, legen wir heute Wert darauf, einen guten Schulabschluss und eine abgeschlossene Ausbildung in der Tasche zu haben. Den Traumpartner nicht zu vergessen und dazu am besten noch ein Eigenheim. Was spießig klingt, ist jedoch heute das Zeug, womit wir überleben. Zwar leben wir in einem Sozialstaat, der die sozial Schwächeren unterstützt, doch kann von Arbeitslosengeld und Sozialhilfe keiner große Sprünge machen. Doch genau darauf sind die meisten jungen Eltern angewiesen. Sie leben oft noch bei ihren eigenen Eltern zu Hause, in einer Mutter-Kind-Einrichtung oder der ersten Wohnung, die finanziert werden muss. Als Schüler oder Student verdient man in der Regel nichts und mit einem Ausbildungsgehalt kann keine Familie ernährt werden.

Neben finanziellen Sorgen kommen weitere Probleme auf junge Eltern zu. Eines ist sicherlich die große Doppelbelastung, die Kind und Ausbildung darstellen. Ohne Abschluss hat man auf dem heutigen Arbeitsmarkt kaum eine Chance. Der Wiedereinstieg in die Schule oder die Ausbildung fällt nach einem Erziehungsurlaub meist sehr schwer. Die gewohnten Mitschüler sind bereits ein Jahr weiter und der Anschluss an den Unterricht schwer wieder zu finden. Sind die neun Jahre Schulpflicht noch nicht abgesessen, besteht ohnehin noch eine Schulpflicht, die eine Babypause quasi ausschließt. So versuchen es die meisten jungen Eltern also paralell. Zu Hause versorgen sie ihr Baby, büffeln gleichzeitig für die Schule, in der Nacht werden sie oft Stunden wach gehalten und am nächsten Morgen in der Schule müssen sie wieder 100 Prozent geben. Ein Spagat, den viele nicht schaffen. Selbst wenn die Noten nicht leiden, ist es oft das Gewissen, das sie quält. Denn während sie in der Schule sitzen, kümmert sich eine andere Person um das Baby. Eine Aufgabe, die sie gerne übernehmen würden ...

Damit wären wir auch direkt schon beim nächsten Problem: Die Betreuung. Bereits während der Schwangerschaft muss sich die Schwangere um eine Betreuungsperson bemühen, die ihren Sproß nach der Geburt beaufsichtigt, während sie in der Schule, bei der Nachhilfe, in der Fahrschule oder bei einem anderen wichtigen Termin ist. Auch ein Plan B, für den Fall, dass die Hauptbetreuungsperson krank wird oder aus einem anderen Grund ausfällt, muss geschmiedet werden. Auch ein Plan C, für den Fall, dass das Kind krank wird und seine Mama braucht. Auch die Betreuung muss wieder finanziert werden. Zwar zahlt das Jugendamt oft einen Zuschuss, doch übernimmt es meist nicht die vollen Kosten.

 

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