|
Die Pille wurde vergessen oder durch Erbrechen oder Durchfall wieder ausgeschieden. Das Kondom ist gerissen oder abgerutscht. Im Rausch der Hormone hast du überhaupt nicht an Verhütung gedacht oder leichtsinnig die "Vorher-rauszieh-Methode" (Coitus Interruptus) gewählt.
Es gibt zahlreiche Missgeschicke, die einen Plan B in Sachen Verhütung fordern. Zwei sogenannte "Notfallverhütungsmittel" sind hierzulande erhältlich. Welche das sind, wo du sie bekommst und wie sie wirken, hat ButterflyBelly.de für dich herausgefunden...
Die "Pille danach" Die "Pille danach" ist ein hochdosiertes hormonelles Medikament. Sie verhindert, je nach Zusammensetzung, dass ein Eisprung stattfindet und/ oder die Einnistung einer befruchteten Eizelle verhindert wird. Hat sich die Eizelle bereits eingenistet, wirkt die "Pille danach" nicht mehr. Sie kann also nicht als Abtreibungs-Pille verwendet werden. Die Wirksamkeit der "Pille danach" ist umso höher, je früher sie eingenommen wird. Spätestens 72 Stunden nach dem ungeschützten Sex muss sie eingenommen werden. Etwa neun von zehn Frauen können eine ungewollte Schwangerschaft durch die Einnahme verhindern.
Für die restlichen Tage des Zyklus muss weiterhin verhütet werden, da die "Pille danach" für diese Zeit keinen Schutz bringt. Wird die "Pille danach" kurz nach der Einnahme erbrochen oder durch starken Durchfall ausgeschieden, muss erneut eine Tablette eingenommen werden.
Die "Pille danach" ist eine echte Hormonbombe. Deshalb darf sie auch nicht ständig eingenommen werden. Durch ihre hohe Dosierung kann sie einige Nebenwirkungen auslösen. So etwa Übelkeit und Erbrechen, Kopfschmerzen, Zwischenblutungen und eine Unregelmäßigkeiten in den nachfolgenden Zyklen.
Die "Pille danach" ist in Deutschland nur auf Rezept in der Apotheke erhältlich. Das Rezept muss von einem Arzt ausgestellt werden. Am Wochenende oder Feiertagen muss ein notärztlicher Bereitschaftsdienst oder ein Krankenhaus aufgesucht werden. Die Kosten für die "Pille danach" trägt bei gesetzlich krankenversicherten Frauen die Krankenkasse bis zum vollendeten 20. Lebensjahr.
Die "Spirale danach"
Sind bereits mehr als 72 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr vergangen, ist es zu spät für die "Pille danach". Eine letzte Notbremse ist nun nur noch die "Spirale danach". Bis zu fünf Tage nach dem ungeschützten Verkehr kannst du dir von deinem Frauenarzt eine Kupferspirale legen lassen. Dies ist auch dann sinnvoll, wenn du auch weiterhin mit der Spirale verhüten willst. Sie bietet drei bis fünf Jahre lang Schutz. Ansonsten kann sie frühestens mit der nächsten Monatsblutung entfernt werden.
Das Kupfer in der Spirale verändert das Milieu in der Gebärmutter und den Eileitern. Dadurch wird die Befruchtungsfähigkeit der Spermien gestört und die Einnistung befruchteter Eizellen verhindert. Die "Spirale danach" verspricht eine Wirksamkeit von 99 Prozent.
Die "Spirale danach" kostet 130 Euro. Bei Frauen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr sollen die Kosten von der Krankenkasse getragen werden.
|